Es ist die neue Technologie schlechthin! An was würden Sie denken, wenn man Ihnen von dem „Bildschirm der Zukunft“ erzählt? Flatscreens? 3D Holografiebeamer? Vergessen Sie alles, was sie bisher kennen. Nach 4 Jahren Forschung und mehr als 2,5 Millionen Euro Entwicklungskosten bereits Anfang des Jahres als Prototyp vorgestellt, ist er jetzt in kleiner Stückzahl bei KAPA erhältlich: Ein neuer mobiler Bildschirm, der Bildschirm aus der Sprühflasche mit dem treffenden Namen „SprayScreen“. Ein weiter Forschungsweg war es vom einfachen Farbstoff bis zum hochentwickelten Nanoprodukt.
Die Anwendung ist denkbar einfach: Mithilfe der Sprühflasche benetzt man gleichmäßig einen beliebigen Träger – zum Beispiel ein Fenster(1). Leicht anziehen lassen, dann nur noch den beiliegenden, streichholzschachtelgrossen Wlan-Controller in eine Ecke der aufgesprühten Fläche kleben und der Bildschirm ist einsatzbereit. Kabel werden dank Batterie nicht benötigt.
Weg ist die Aussicht auf den Hinterhof, Ihr Fenster zeigt Ihnen jetzt das, was sie sehen möchten. Hell leuchtend und in absolut lebensechten Farben! Es kann alles angezeigt werden, was auch ein herkömmlicher Monitor anzeigen kann.
Wie funktioniert das?
Elektroluminiszenz und Ionisierung sind die Zauberwörter. Zunächst wird durch den Wlan-Controller ein Spannungsfeld auf der Flüssigkeit erzeugt. Spezielle Nanopartikel in der Flüssigkeit wandeln nun die in der Flüssigkeit enthaltenen Triphenylmethanstoffe in Ionen um. Ionen reagieren wegen ihrer Ladung auf Elektromagnetismus und können somit auch über den Wlan-Controller angesteuert und – natürlich in bunten Farben - zum Leuchten gebracht werden. Tagsüber schaltet das Gerät automatisch in den Energiesparmodus. Hier nutzen die kleinen Nanopartikeln das Tageslicht durch unterschiedliche Brechung, anstatt selbst Teilchen zum Leuchten zu bringen. Eine massive Energieeinsparung für die kleine Batterie ist die Folge. Bei Bedarf kann durch die Ausrichtung der Nanopartikel zusätzlich z.B. für Schichtarbeiter, die tagsüber schlafen müssen, eine komplette Verdunklung des Fensters herbeigeführt werden.
Leider funktioniert diese Technik noch nicht in endloser Größe. Zwar kann man dank der Wlan-Anbindung mehrere Bereiche zusammenschließen, das Spannungsfeld an sich reicht allerdings zur Zeit erst für knapp einen Quadratmeter. Mehr macht die kleine Hochleistungsbatterie nicht mit. Laut Hersteller ist ein größeres Modell für bis zu 5 m² schon im ersten Test, erste Veröffentlichungen werden für Mitte Juni erwartet.
(1) Die Inhaltsstoffe sind nach Herstellerangaben zur Zeit noch teils säurehaltig, Glas ist dank seiner Säurefestigkeit der ideale Untergrund.
